Fokine - Ballett wird modern

Michel Fokin

Michel Fokine und Vera Fokina in Schéhérazade, Stockholm 1914
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Michel Fokin, geboren 1880 in Sankt Petersburg, examinierte im Alter von 18 Jahren an der kaiserlichen Ballettschule. Er begann seine Karriere als 2ter Solotänzer am Mariinsky-Ballett und wurde bald als 1ter Solist eingesetzt. Schon 1902 begann Fokine zu unterrichten. Nicht weniger als die legendären Tänzerinnen Anna Pavlova, Tamara Karsavina und der Tänzer Vaslav Nijinskij gehörten zu seinen Schüler(innen).

Fokine erkannte sehr früh, dass das Klassische Ballett mit seiner streng gebundenen Tradition stagnierte. Er befürchtete, dass der Tanz als Kunstform ganz aussterben würde, wenn hier nichts Neues geschah. Also begann Fokine mit ganz neuen Bewegungen zu experimentieren und entwickelte seine eigenen Grundsätze zu Choreographie und Bühnentanz.

Fokin hatte nicht viele Möglichkeiten seine neuen Ideen in Russland auszuprobieren. Die Kaiserliche Ballettschule wollte davon nichts hören, doch er suchte die Gelegenheit einige kleinere Einzelveranstaltungen zu organisieren. Zwischen 1904 und 1909 sammelte er einige Erfahrungen mit seinen eigenen Bühnenauftritten. Diese waren für ihn eine gute Lehrzeit, die ihm als Choreograph ab 1909 auf die erste moderne Ballettkompanie, Diaghilevs Balletts Russes in Paris, gut vorbereitete.
 

Fokine bei Diaghilev

1909 begann für Fokine eine ganz neue und wichtige Periode. Fokine fuhr als Choreograph für ein Gastspiel mit dem "Ballett Russes" bzw. dem Diaghilev-Ballett nach Paris.

Der Feuervogel von Leon Bakst
 

Zusammen mit großen Künstlern wie Leon Bakst, Alexandere Benois und Igor Stravinsky hatte Fokine die Gelegenheit seine Werke außerhalb Russland zu zeigen. In den folgenden 3 Jahren arbeitete er als leitender Choreograph und erschuf viele Werke für die Bühne. Er verwandelte die schöne Ballett-Unterhaltung in dramatischen Bühnentanz um.

Seinen ersten Erfolg hatte er bei der Premiere 1909 mit dem abstrakten Ballett Le Sylfides, die mit dem gewohnten Muster stark brach. Ein Jahr später folgte Scheherazade, der Geschichte um einen orientalischen Harem mit Nijinskij in der Hauptrolle. Im gleichen Jahr kreierte er Der Feuervogel, das auf einem russischen Volksmärchen basiert. Karsavina tanzte den Feuervogel.
 

Pertruschka - das Meisterwerk Fokins

1911 tanzte Nijinsky und Karsavina in The Poem of the rose und 1912 mündete sein Succe´ in Pertruschka - das größte Meisterwerk Fokins. In Petruschka werden die Puppen eines Puppentheaters auf einem Markt lebendig. Der Hauptdarsteller Petruschka ist ein Kontaktsucher, aber gewinnt keine Gegenliebe und stirbt. Petruschka wurde ein Meilenstein in der Geschichte des Balletts.

1912 beendete Fokine seine Zeit als Choreograph bei Diaghilev. Innerhalb von vier Jahren erschuf er dort 14 Werke, wovon die Hälfte als Meisterwerke gelten. Danach erschuf er nie mehr Werke solche Bedeutsamkeit. Er arbeitete einige Jahre in Skandinavien, überwiegend am Königlichen Theater in Stockholm, Schweden und beeinflusste die Ballettkunst dort sehr.

Fokine beendete später seine Karriere in New York. Dort gründete er seine eigene Schule, The Fokine School, und lehrte dort bis zu seinem Tod, 1942.

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