Diaghilews Ballett Russes

Diaghilevs Ballett Russes 1909-1929

"Sergei de Diaghilew" von Valentin Alexandrovich Serov (1865–1911)

 

Gegen Ende der 19.e Jahrhunderts kam der Tanzkunst-Entwicklung in Westeuropa zu eine Art Stillstand. Keine besonderen neue Impulse oder berühmten Ballerinen führte der Ballettentwicklung weiter. Sogar in Paris - einmal das Ballettmetropole Nr.1 - entstand aus der Ballett-Szene nichts Neues. Für das Russische Ballett, die schon von neue Strömungen z.b. durch Isadora Duncan und Loie Fuller beeinflusst wurde, war das aber der Chance, sich in Europa bekannt zu machen.

1909 traf Serge Diaghilev (1872-1929) mit Les Balletts Russes, der Diaghilev-Ballett, in Paris für einen Gastspiel ein. Zum Kompanie gehörten die besten Tänzer aus Russland. Diaghilev selbst war selber weder Tanzlehrer noch Choreograph, doch er war derjenige der das Kompanie leitete und die richtige Kontakte knüpfte um das Kompanie berühmt zu machen. Als Kunstkenner war er daran interessiert, der kulturelle Austausch zwischen Russland und Frankreich zu verstärken. Er interessierte sich für all verschiedenen Kunstarten und wurde von der kaiserliche Familie unterstützt. Es war nicht ohne Widerstand dass der russische Ballett in Paris ihre erste Gastspiel in Paris antreten könnte - aber es wurde eine riesige Erfolg. Der Premiere am 19. Mai 1909 in die Chatelet-Theater wurde der Beginn eine neuer kreative Epoche der ganze Tanzwelt. Zum ersten mal in der Geschichte war Tanz der leitende Kunstentwicklung in Europa.

Nach der erste Gastspiel-Periode kehrte der Ballettgruppe nach Russland zurück, kehrte aber nach einem Jahr wieder für ein weiterer erfolgreicher Gastspiel. Diaghilev beschloss daraus eine feste Kompanie zu machen. Michel Fokine war der leitende Choreograf und Ballettmeister. Er choreographierte Balletts wie Kleopatra, Prinz Igor, Scheherazade, Der Feuervogel und Petruschka.
 

Moderne Ballett

Fokine erschuf ein ganz neues Tanzstil indem er direkt zu der Publikum choreographierte. Er wollte die Tänze primitiver werden lassen indem er die romantische weiche Bewegungen abschaffte und statt dessen steife und kantige Bewegungen und Posen benutzte. Die etablierte Auswärtsrotation der Beine wurde jetzt durch parallele und Einwärtsdrehungen ergänzt. Die Füße wurde geflext, die Arme angewinkelt wie in Ägyptische Posen. Die Kostüme, die Bühnenbilder, die Choreographie, der Tanztechnik und der Ausdruck der Tänzer - alles sollte ein Einheit sein und die Publikum positiv schockieren - was sie auch tat.

Der Feuervogel von Leon Bakst
 

Berühmten Tänzer der Ballet Russes waren unter anderem Ana Pavlova, Tamara Karsavina, Vaslav Nijinskij, Alexandra Danilova und Alicia Markova. Diaghilev ließ seine Tänze nach Musik von Stravinsky, Rimsky, Debussy, Strauss und Ravel choreographieren lassen. Die Bühnenbilder sind von große Künstler wie Bakst, der damalige Künstlerische Leiter, Benois, Picasso und Matisse entstanden. Zum Choreographen gehörten außer Fokine, auch George Balanchine, Leoniede Massine, Serge Lifar und Bronislava Nijinska. Es sammelte sich also berühmte Künstler vieler Bereiche um Diaghilev um gemeinsam ein ganz neue Kunst zu erschaffen der die Kunst-Welt revolutionierte.

1929 starb Diaghilev und für das Ballet Russes bedeutete das erst mal das Ende. Vielen dachten nun dass der Ballett als Kunstart ganz gestorben sei. Zwei Jahre lang passierte auch in Europa nichts neues in diese Szene – aber auch das sollte sich ein paar Jahre später wieder ändern.

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