Die Geburt des Jazz Dance

Shows, Vaudeville und Broadway

Lyceum - Theater am Broadway

 

Als die Minstrel-Zeit am Anfang des 20. Jahrhunderts zu Ende ging, entstanden andere Unterhaltungsformen für die schwarzen Artisten. Verschiedene Arten von „Shows“ wurden populär.

Die gewöhnlichsten waren die „Medizinshows“ und sie waren auch die Shows mit den wenigsten Anforderungen, sozusagen etwas für den Beginn der Karriere. Die „Gilly-Shows“ waren etwas größere Gruppen, die mit ihren speziellen Fahrzeugen, den „gillies“, durch das Land zogen und in verschiedenen Orten auftraten. Dann gab es auch wiederum die Karneval-Shows, Gruppen die zusammen aufwuchsen und ihrer eigene Tänzer ausbildeten. Sie traten in Zelten auf.

Das höchste Unterhaltungsniveau fand man in den Vaudeville-Kreisen oder noch besser in der Broadway-Szene. Anfangs traf man hier nur wenige schwarze Tänzer. Um in der Konkurrenz mit den weißen Gruppen standzuhalten, mussten sie die Minstrel-Zeit weiterführen und sich selber und ihrer Kultur auf der Bühne lächerlich machen, denn das war das, was die Theater-Direktoren von ihnen sehen wollte. Nach einer Weile gründeten einige Theaterbesitzer TOBA, „The Theater Owners Booking Association“ (d.h. „Der Buchungsverein für Theaterbesitzer“) Dadurch wurde es für die schwarzen Tänzer etwas leichter, sich einen vernünftigen Job in der Szene zu besorgen.
 

Der Begriff Jazz Dance

Zwischen 1910-1920 boomte in ganz Amerika das Interesse für Gesellschaftstanz. Die meisten wollten tanzen und es wurden viele Tanze niedergeschrieben, damit alle mittanzen konnten.

1917 kann man schon als „Jazz-Revolution“ bezeichnen. In diesem Jahr wurde die afro-amerikanische Jazzmusik bei den Weißen sehr bekannt und populär durch die weißen „Dixieland Jazz Bands“. Im gleichen Jahr erscheint eine Jazz-Lied mit dem Namen „Jazz Dance“, zudem auch bestimmte Schritte geliefert wurden, Schritte die es schon in der afro-amerikanischen Kultur gab und nun einen Namen hatte. Im Laufe dieses Jahres kamen noch mehr Songs mit ihren Schritten dazu.

Es wurde also zu Jazzmusik getanzt – was ja auch der Name „Jazz Dance“ uns sagt. Das was jetzt Jazz Dance genannt wurde, war der Becken-Stil der auf den polyzentrischen und binnen-körperlichen Bewegungen beruhte.

Der Jazz Dance wurde nicht nur ein Phänomen des Gesellschaftstanzes, sondern setzte sich auch auf der Broadway-Bühne durch. Die Aufführung „Schuffle Along“ war 1921 der erste große Erfolg einer schwarzen Revy-Gruppe am Broadway. Die Aufführung wurd der neue Maßstab für die Tanzqualität auf der Bühne. Ab jetzt kamen die besten Tanzangeboten am Broadway von den Afro-Amerikanern mit ihrer mitreißenden trommelnden Jazzmusik.

In dieser Zeit macht die später berühmte Josephine Baker als Tänzerin Karriere. Sie wird eine der ersten großen Pioniere des Jazz Dance und macht diesen Tanzstil auch in Europa bekannt. In Amerika werden viele Jazz-Dance-Studios eröffnet. Es sind vor allem die weißen Mädchen die sich für diese Art des Tanzes interessieren.
 

Bergab für den Jazz Dance

Nach ca. 10 Jahren war aber die Glanzperiode für die schwarzen Tänzer wieder vorbei. Aus ökonomischen Gründen wurde das weiße Musical ab 1930 hervorgehoben. Es war selten, dass ein schwarzer Tänzer auf dem Broadway die Bühne betrat und wenn, dann nur um kleinere Nummern zwischen den Hauptnummern zu füllen.

In den Zwanzigern verschwand der Jazz Dance von der Szene mehr und mehr. Einerseits weil die Jazzmusik sich änderte und nicht mehr so schwungvoll war, dass man gut dazu tanzen konnte (wie z.B. währen der „Swing-Zeit“) und anderseits wegen dem ständig wachsenden Ballett und modernen Tanzgruppen, die in Amerika populärer wurden.

Jazz-Dance-Geschichte
Jazz-Dance


Bildquellen:

Lyceum - Theater am Broadway: Martin Dürrschnabel/ Wikimedia Commons